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HTO t+2 Entlassung!

Hohe Tibiale Umstellungsosteotomie linkes Knie

Kennt ihr das, wenn ihr nicht wirklich gut drauf seid? Man kann es uns dann einfach nicht recht machen 😉 ! Mein nettes Schnarchmonster hat sein bestelltes Einzelzimmer bekommen und nun war ich alleine. Kein Schnarchen, aber auch kein ablenkendes Gespräch… Dafür aber ein nächtlicher Vampir! Wahrscheinlich die einzige Mücke im ganzen Krankenhaus, natürlich in meinem Zimmer über meinem Kopf 🙁 !

Mit Krücken ist nicht gut aufspringen und jagen bis zum Fleck an der Wand… Also habe ich mich entschlossen das Zimmer in helles Licht zu tauchen und das Notebook anzukurbeln um ein wenig emails zu sortieren und zu bearbeiten. Mücke war beleidigt, versteckte sich und ich hatte meine Ruhe.

Pünktlich gegen 5 Uhr kamen meine neuen Tabletten und die Schwester kontrollierte den Füllstand meiner Flaschen. Ohne die Flaschen zu sehen behauptete ich voller Inbrunst, dass sie seit gestern nicht mehr voller wurden und die Drainagen gezogen werden können. Die Schwester schaute mich an, lächelte und ging…

Naja, ein Versuch war es wert! Kurz vor 7 Uhr kam die nächste Schwester und fragte nach meinem Frühstückswunsch. Dieses mal verkniff ich mir den Hinweis auf das ziehen der Schläuche und bestellte 2 Brötchen mit Ei und Joghurt.

Doch dann erhellte sich der Raum als eine neue Schwester eintrat (sie hatte einfach auch noch das Licht auf der anderen Zimmerseite angemacht) und einen großen Wagen mit Verbandszeug vor sich her schub.

Sie begrüßte mich und teilte mir mit, dass jetzt die Schläuche gezogen werden. Juppiduppidu, oder doch nicht? Mir fiel ein, dass mir ein guter Bekannter gerade erzählt hat, wie weh das Schläucheziehen getan hat. Und ich hatte weder gefrühstückt noch meine Tabletten genommen… Oje, was nun?

Ganz einfach: Schlafen stellen! Geht nicht, wir hatten schon gesprochen. Dann weglaufen! Geht nicht, komme nicht schnell genug aus dem Bett. Zugeben, dass ich Angst vor den Schmerzen habe! Geht nicht, dann zieht sie die Schläuche vielleicht nicht!

Ok, also Verstand einschalten. Hmm, war der gute Bekannte nicht untrainierter und schmerzempfindlicher als ich? Doch bestimmt und er hat es auch überstanden! Na dann, völlig entspannt schaute ich zu, wie die Schere durch den Verband gleitete und dann… legte ich mich doch wieder zurück und dachte darüber nach, ob ich nicht doch ein sehr schmerzempfindliches Sensibelchen bin…

Glücklicherweise sollte ich bevor ich den Gedanken zu Ende bringen konnte die Luft schnell ein- und ausatmen und schwupp, war der erste Schlauch draußen… Fühlte sich allerdings an wie Beide und so war ich sehr enttäuscht, als ich bei 3 wieder tief einatmen sollte! Doch bevor ich mich dazu äußern konnte, war der 2. Schlauch auch draußen, ohne dass ich diesen wirklich gemerkt habe 🙂 ! Danke!

Etwas später kam mein Frühstück, was ich sehr genoss und in mir reifte die Frage, warum ich eigentlich hier bin? Im Prinzip war alles toll verlaufen, Kontrollröntgen war erledigt, Schläuche draußen, Wunden verschlossen ohne Nachblutungen.

20141011_104923Dann kam die Physio und wir machten Treppensport! Klappte super, naja, den Umständen entsprechend jedenfalls. Ich war nicht der schnellste, aber das Laufen mit leichtem Bodenkontakt des operierten Beines und das Treppensteigen mit UAGS waren sicher und stabil.

Ja dann, dann könnte ich doch eigentlich nach Hause, … oder?

Bei der Visite fragte ich die Ärztin und diese war kurz überrascht, 20141011_121903zog eine Schere, schnitt den neuen Verband auf, zog das Pflaster ab um die Wunden zu begutachten, teilte mir mit, wenn auf der Röntgenaufnahme alles ok ist, spräche aus medizinischen Gründen nichts dagegen.

Das reichte mir, denn die anderen Gründe liegen bei mir nicht vor. Ich bin nicht alleine, körperlich gut trainiert und zu Hause ist mit Duschhocker, Kissen, Decken und vor allem Kühlpads alles vorbereitet. Somit durfte ich nachmittags gehen! Auch meine Verpflegung mit Nahrung, Thrombosespritzen und Schmerztabletten ist gesichert.

Eine Umstellungsosteotomie im linken Knie mit vorheriger arthroskopischer Bearbeitung des Knorpels und des Meniskus! Am Donnerstag um 08:00 Uhr in der Frühe operiert und am Samstag Nachmittag ohne äußere Schiene aus dem Krankenhaus entlassen.

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Unglaublich! Da hatte ich ganz andere Dinge gelesen! Schauen wir mal, ob die eigentliche langwierige Nachbehandlung bis zur Sporttauglichkeit auch kürzer ausfallen wird, als erwartet.

Vielleicht hat es sich doch ausgezahlt, trotz Schmerzen (sinnvoll) zu trainieren und auf Gewicht und Ernährung zu achten!

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