Was bedeutet eigentlich die einseitige Belastung einer Sportart?

Beispiel Bowling

Bowling gehört zu den Sportarten, die den Körper nicht symmetrisch belasten. Da bis zu 7 Kg schwere Bowlingbälle bis auf wenige Ausnahmen (beidhändiges Spiel) mit einem ballspielenden Arm freigegeben werden, werden ballspielender Arm, Schulter und oberer Rückenanteil einseitig belastet.

Rechenbeispiel:

7 Spiele, ca. 15 Würfe pro Spiele mit einem 15 lbs Bowlingball (ca. 6,8 Kg). An diesem „normalen“ Ligaspieltag werden über 700 Kg bewegt! Wohlgemerkt mit einem Arm.

Vermessung mittels BIA-Methode, aktiver Bowler, 19Jahre, mehrmals Bowlingtraining pro Woche, athletischer Typ

Vermessung rechte Körperseite

Rechts

 Vermessung linke Körperseite

Links

Segmentmessung Arme links / rechts

Vergleich

Es ist nicht schwer zu erraten, dass es sich hier um einen rechts spielenden Bowler handelt.

Entscheidend sind hier nicht die absoluten Werte, sondern die deutlich messbare einseitige stärke muskuläre Ausprägung.

Ob es für den Körper schädlich ist, wenn ein Arm stärker als der andere ist, wage ich zu bezweifeln.

Da allerdings die gesamte rechte Körperseite stärker ist, und bei der Segmentmessung der Beine keine relevanten Unterschiede messbar waren, ist davon auszugehen, dass auch die rechte Rückenmuskulatur stärker ausgeprägt ist. Ich kann nicht beurteilen, wie schwerwiegend sich die muskuläre Dysbalance auf die Wirbelsäule auswirken kann. Allerdings ist ein einseitig stärkerer Zug der Muskulatur auf die Wirbelsäule sicherlich nicht gesundheitsförderlich.

Ist sich der Sportler (hoffentlich auch der Trainer) der einseitigen Belastung bewusst, kann mit entsprechendem Ausgleichssport schnell und einfach gegen gesteuert werden.

In diesem Fall reicht bei gleichbleibendem Bowlingtraining z.B. ein linkslastiges Kurzhanteltraining mit dem linken Arm!