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Hohe tibiale Umstellungsosteotomie

Hohe tibiale Umstellungsosteotomie (HTO)

Bereits 2005 war ich schmerzbedingt wegen Knieschmerzen in Behandlung. Durch Gewichtsreduktion und vor allem gelenkschonenden Ausdauersport konnte ich eine Operation immerhin um 9 Jahre herauszögern. Doch nachdem in den letzten Monaten die Schmerzen immer öfter, stärker und langanhaltender wurden, suchte ich am 10.09.14 einen Kniespezialisten in Berlin auf. Die vorsichtige Diagnose lautete Meniskusschaden und Sehnenansatzentzündung, behandelbar durch eine routinemäßige arthroskopische Operation und Physiotherapie.

Um die Diagnose abzusichern erfolgt am 15.09.14 ein MRT-Termin. Jetzt lautete die Diagnose Gonarthrose, also Arthrose im Knie… . Es folgte eine Röntgenaufnahme im Stehen und es ist auch für Laien sehr gut zu erkennen, das im Kniegelenk eine Fehlstellung vorliegt.

OP – 3 Tage

Der Op-Termin rückt näher und die Haare müssen ab! Nicht wenige Haare „zierten“ mein linkes Bein… Da ich schlechte Erfahrung mit rasierten und nachwachsenden Haaren habe, entschloss ich mich, das Bein mit Heißwachs enthaaren zu lassen. Hatte ich mir schlimmer vorgestellt, aber die Schmerzen im Knie haben anscheinend meine Schmerztoleranz deutlich erhöht.

Dann habe ich telefonisch meinen Vorstellungstermin im Krankenhaus vereinbart und war komischerweise froh und erleichtert, dass der Op-Termin am Donnerstag bereits reserviert war. Schlussendlich habe ich noch die Schmerztabletten und Thrombosespritzen aus der Apotheke abgeholt.

Ach ja, der Duschhocker ist bestellt. Denn wenn zwei Hände die Krücken halten bleibt keine mehr zum Waschen…

OP – 2 Tage

Hmmmm…
Der Vorstellungstermin im Krankenhaus hat tatsächlich, wie angekündigt, fast 3 Stunden gedauert.
Von der allgemeinen Aufnahme zum Facharzt, der ein kleines Autogramm auf dem zu operierendem Bein hinterlässt und dann zum Narkosearzt.

Wie soll man eigentlich damit umgehen, dass es auch lebensbedrohliche Situationen geben oder dass es zu Lähmungen kommen kann? Sicherlich ist es vorgeschrieben die Patienten aufzuklären, aber haben wir wirklich die Möglichkeit die Flut der Informationen sachlich aufzunehmen und die Risiken abzuwägen? Oder bleibt dann neben vielen Unterschriften und Erklärungen nicht doch das unangenehme Gefühl ausgeliefert zu sein?

Obwohl ich äußerlich ziemlich cool wirke, fällt es mir heute nicht so leicht, meinen negativen Gedanken mit mentaler Stärke und einem imaginären Stoppschild Einhalt zu gebieten! Aber vielleicht helfen ein paar knusprige und zu später Stunde aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht wirklich empfohlene frittierte Hühnerteile? Doch das tun Sie! Gefälligst!

Ok, nun also weiter zur Organisation. Ich habe mich im Vorwege bei meiner Krankenkasse erkundigt, ob ich mir Unterarmgehstützen (UAGS) selber kaufen kann / soll, oder ich diese im Krankenhaus erhalte. Meine Kasse zahlt aus Kulanz einen Teil dazu und so habe ich mich für Krücken mit ergonomisch geformten Griff entschieden. Immerhin muss ich mit diesen Gehilfen 6 Wochen durch die Gegend wackeln.Außerdem habe ich mich tatsächlich entschieden eine Patientenverfügung zu erstellen. Dazu gibt es beim Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz hilfreiche Informationen und Muster zum Downloaden. Suchbegriffe für die Suchmaschine: bmjv patientenverfügung.

So ist im Falle eines Falles sichergestellt, meinen Willen auch dann durchsetzen zu lassen, wenn ich nicht mehr dazu in der Lage sein sollte. Immerhin wurde ich ja ausgiebig über Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt…

OP – 1Tag

Huch, nur noch ein Tag…

Habe heute meinen OP-Termin erhalten. Donnerstag um 8:00 Uhr. Ganz schön früh, sind denn dann alle Beteiligten schon wach? Auf der einen Seite sehr früh, da ich schon um 6:00 Uhr im Krankenhaus sein soll, auf der anderen Seite sinnvoll, da ich wahrscheinlich sowieso nicht viel schlafen werde…

Also noch schnell die letzten wichtigen Dinge erledigt und Köfferchen gepackt. Was braucht man eigentlich so? Sportsachen? Zumindest bequeme Kleidung und ganz wichtig: die Jogginghose mit durchgehendem Reisverschluss an den Seiten und dicke Socken für die kalten Füße…
Aua, musste mir auch noch die erste Thrombosespritze setzen. Kleine Nadel, aber muss in die Hautfalte vom Bauch. Nicht schlimm, aber definitiv auch nicht schön.

Kleiner Tipp für die Zukunft: da man nüchtern in die Op gehen soll, sollte das letzte Abendessen nicht zu spät und reichhaltig sein. Auch wenn man normalerweise abends nicht mehr so spät isst, kommt auf einmal doch der riesige Hunger…. Völliger Quatsch, aber ich könnte alles in mich rein stopfen…. Also hier nun der richtige Tipp: am Tag vor der Op mittags das Essen, was am besten schmeckt und davon reichlich. Die Aussicht auf leeren Magen der dann mit Krankenhauskost gefüllt wird, produziert Heißhungerattacken!

OP Termin (09.10.2014)

Der Wecker klingelt um 04:30 Uhr…. Wozu eigentlich Wecker? An Schlaf war eh nicht zu denken, denn es musste ja im Geiste durchgegangen werden, ob auch wirklich an alles gedacht worden ist.
Außer einem Schluck Wasser und einer Tasse schwarzen Kaffee gab es auch nichts zum Frühstück. Ein letztes Mal ausgiebig geduscht und rein in bequeme Klamotten.

Pünktlich um 6:00 Uhr, streng genommen zu pünktlich, denn nun hieß es, 7:00 Uhr hätte auch gereicht…, habe ich eingecheckt. Das Zimmer war leer und so konnte ich mich völlig entspannt einrichten und das OP-Kleidchen anziehen.

Um 7:30 Uhr wurde ich abgeholt und in die Anästhesie gebracht. Ein ausgesprochen ausgeschlafener Assistent bereitete mich vor und erklärte mir jeden Schritt. Auf eine LMAA-Pille hatte ich verzichtet, da ich, jetzt wo es losging, recht entspannt und sehr interessiert war.

Bereits im Vorgespräch einigten wir uns auf eine Blockade der Nerven im Operationsgebiet. Dazu wurde, unter leichter Dosis Propofol, mit einer stumpfen Kanülle (nur ein kleiner Pieks) der Nerv mittels kleinem Reizstrom lokalisiert und betäubt. Anschließend wurde die Dosis erhöht und ich war innerhalb von wenigen Sekunden weg.
So habe ich nicht mitbekommen, das mein Knorpel geglättet wurde. Danach begann die eigentliche Operation in der das Schienbein fast durchgesägt, gespreizt und der Spalt mit Spenderknochenmaterial gefüllt wurde.

Aufgewacht bin ich wieder um 9:30 Uhr mit nur geringen Schmerzen. Dennoch erhielt ich einen kleinen Schmerztropf und schlief noch einmal kurz ein. Gegen 11 Uhr war ich dann richtig wach und befand mich in meinem Zimmer. Ich war völlig überrascht! Nachdem was ist gelesen habe, hätte ich jetzt starke Schmerzen haben müssen und das Bein geschient sein. Doch ich hatte weniger Schmerzen als in der Nacht davor! Außerdem hatte ich keine Schiene…

Gegen Mittag kam Mittagessen und ich aß alles auf. Auf einmal hatte ich einen kräftigen Schweißausbruch und mir wurde schlecht. Kurz lang gelegt und alles war innerhalb von wenigen Minuten wieder gut!

Eigentlich hieß es, der Doc solle noch kommen und so wartete ich. Je länger ich wartete, um so mehr Zweifel kamen mir, ob überhaupt die Umstellungsosteotomie durchgeführt wurde oder ob nur das Knie arthroskopisch untersucht wurde und aufgrund eines schlechten Knorpelzustandes die OP sinnlos wäre. Mir ging es einfach zu gut…

Um 16:45 Uhr kam dann der Doc sichtlich guter Laune und teilte mir mit, dass ihm die OP richtig Spaß gemacht hat. Seine neue Säge hat er eingesetzt und ist sehr zufrieden damit… Chirugenscherz? Wie auch immer, perfekt gelaufen, Knorpel auf der umgestellten Seite ist in Ordnung. Keine Komplikationen!

JUHU! Danke !

Dann habe ich ihn gefragt, warum ich denn keine äußere Schiene habe und er antwortete nur: „Wozu? Sie haben doch eine eingebaute“. Ok, und belasten? Klar, immer zu, natürlich mit UAGS (Unterarmgehstützen).

Also, aufgesetzt und Füße auf den Boden gestellt. Klappt. Kreislauf? Stabil! Supi. Kurze Zeit mit Hilfe und UAGS ins Bad. Zähneputzen ging gerade noch und dann kam wieder ein Schweißausbruch und mir wurde schlecht. Also schnell wieder in die Kiste und lang legen.

OP + 1 Tag

Die erste Nacht nach der Operation war fürchterlich… Nicht, weil ich so starke Schmerzen hatte, sondern mein ausgesprochen netter und gesprächiger Nachbar entpuppte sich als Schnarchmonster!
Doch offensichtlich war er nicht das Einzige, denn ich bin auch von meinem eigenen Schnarchen wach geworden… Hängt wahrscheinlich auch mit der Erschöpfung, beide wurden wir zur gleichen Zeit operiert, und den Schmerzmitteln zusammen.
Jedenfalls waren wir beide froh, dass die Nacht vorbei war und das Frühstück kam. Es ist sehr interessant, dass im Krankenbett die Mahlzeiten Dreh- und Angelpunkt des Tages werden…

Ich hatte gehofft, dass mir die Schläuche (Redon-Drainage) gezogen werden, aber sie blieben drin. Obwohl ich sie am Op-Tag nicht gespürt habe, bilde ich mir heute ein, dass sie drücken.
Ich bin jetzt stabil, wenn ich an Krücken ins Bad laufe und habe so schon einen gewissen Teil meiner Selbständigkeit wiedererlangt. Doch es gibt leider keine offizielle Haltevorrichtung, wie man die Flaschen der Drainage tragen soll, wenn man zum Laufen 2 Krücken benötigt.

Also habe ich mir eine kleine Tasche mitbringen lassen, die eigentlich gedacht ist, beim Sport Getränke kalt zu halten. Flaschen rein, Tasche um den Hals und alles ist viel einfacher, schneller und sicherer. Gerade wenn nachts die Blase drückt.

Dann wurde ich noch zum Röntgen abgeholt, was recht schnell erledigt war. Zu guter Letzt habe ich noch meinen Op-Bericht erhalten mit Rezept für die KG im Anschluss.

OP + 2 Tage Entlassung

Kennt ihr das, wenn ihr nicht wirklich gut drauf seid? Man kann es uns dann einfach nicht recht machen! Mein nettes Schnarchmonster hat sein bestelltes Einzelzimmer bekommen und nun war ich alleine. Kein Schnarchen, aber auch kein ablenkendes Gespräch… Dafür aber ein nächtlicher Vampir! Wahrscheinlich die einzige Mücke im ganzen Krankenhaus, natürlich in meinem Zimmer über meinem Kopf! Mit Krücken ist nicht gut aufspringen und jagen bis zum Fleck an der Wand… Also habe ich mich entschlossen das Zimmer in helles Licht zu tauchen und das Notebook anzukurbeln um ein wenig emails zu sortieren und zu bearbeiten. Mücke war beleidigt, versteckte sich und ich hatte meine Ruhe.

Pünktlich gegen 5 Uhr kamen meine neuen Tabletten und die Schwester kontrollierte den Füllstand meiner Flaschen. Ohne die Flaschen zu sehen behauptete ich voller Inbrunst, dass sie seit gestern nicht mehr voller wurden und die Drainagen gezogen werden können. Die Schwester schaute mich an, lächelte und ging…
Naja, ein Versuch war es wert! Kurz vor 7 Uhr kam die nächste Schwester und fragte nach meinem Frühstückswunsch. Dieses mal verkniff ich mir den Hinweis auf das ziehen der Schläuche und bestellte 2 Brötchen mit Ei und Joghurt.
Doch dann erhellte sich der Raum als eine neue Schwester eintrat (sie hatte einfach auch noch das Licht auf der anderen Zimmerseite angemacht) und einen großen Wagen mit Verbandszeug vor sich her schub. Sie begrüßte mich und teilte mir mit, dass jetzt die Schläuche gezogen werden. Juppiduppidu, oder doch nicht? Mir fiel ein, dass mir ein guter Bekannter gerade erzählt hat, wie weh das Schläucheziehen getan hat. Und ich hatte weder gefrühstückt noch meine Tabletten genommen… Oje, was nun?
Ganz einfach: Schlafen stellen! Geht nicht, wir hatten schon gesprochen. Dann weglaufen! Geht nicht, komme nicht schnell genug aus dem Bett. Zugeben, dass ich Angst vor den Schmerzen habe! Geht nicht, dann zieht sie die Schläuche vielleicht nicht!
Ok, also Verstand einschalten. Hmm, war der gute Bekannte nicht untrainierter und schmerzempfindlicher als ich? Doch bestimmt und er hat es auch überstanden! Na dann, völlig entspannt schaute ich zu, wie die Schere durch den Verband gleitete und dann… legte ich mich doch wieder zurück und dachte darüber nach, ob ich nicht doch ein sehr schmerzempfindliches Sensibelchen bin…
Glücklicherweise sollte ich bevor ich den Gedanken zu Ende bringen konnte die Luft schnell ein- und ausatmen und schwupp, war der erste Schlauch draußen… Fühlte sich allerdings an wie Beide und so war ich sehr enttäuscht, als ich bei 3 wieder tief einatmen sollte! Doch bevor ich mich dazu äußern konnte, war der 2. Schlauch auch draußen, ohne dass ich diesen wirklich gemerkt habe! Danke!
Etwas später kam mein Frühstück, was ich sehr genoss und in mir reifte die Frage, warum ich eigentlich hier bin? Im Prinzip war alles toll verlaufen, Kontrollröntgen war erledigt, Schläuche draußen, Wunden verschlossen ohne Nachblutungen.

Dann kam die Physio und wir machten Treppensport! Klappte super, naja, den Umständen entsprechend jedenfalls. Ich war nicht der schnellste, aber das Laufen mit leichtem Bodenkontakt des operierten Beines und das Treppensteigen mit UAGS waren sicher und stabil.

Ja dann, dann könnte ich doch eigentlich nach Hause, … oder?

Bei der Visite fragte ich die Ärztin und diese war kurz überrascht, zog eine Schere, schnitt den neuen Verband auf, zog das Pflaster ab um die Wunden zu begutachten, teilte mir mit, wenn auf der Röntgenaufnahme alles ok ist, spräche aus medizinischen Gründen nichts dagegen.

Das reichte mir, denn die anderen Gründe liegen bei mir nicht vor. Ich bin nicht alleine, körperlich gut trainiert und zu Hause ist mit Duschhocker, Kissen, Decken und vor allem Kühlpads alles vorbereitet. Somit durfte ich nachmittags gehen! Auch meine Verpflegung mit Nahrung, Thrombosespritzen und Schmerztabletten ist gesichert.
Eine Umstellungsosteotomie im linken Knie mit vorheriger arthroskopischer Bearbeitung des Knorpels und des Meniskus! Am Donnerstag um 08:00 Uhr in der Frühe operiert und am Samstag Nachmittag ohne äußere Schiene aus dem Krankenhaus entlassen.

Unglaublich! Da hatte ich ganz andere Dinge gelesen! Schauen wir mal, ob die eigentliche langwierige Nachbehandlung bis zur Sporttauglichkeit auch kürzer ausfallen wird, als erwartet.

Vielleicht hat es sich doch ausgezahlt, trotz Schmerzen (sinnvoll) zu trainieren und auf Gewicht und Ernährung zu achten!

OP + 5 Tage

Jetzt bin ich den 3. Tag zu Hause und es gibt wieder ein paar Dinge mitzuteilen.

Fangen wir mit den unangenehmen Dingen an:
Schmerzen! Obwohl es natürlich die Idee einer Operation ist, hinterher keine, oder zumindest stark reduzierte, Schmerzen zu haben, lautet die spannende Frage: „Wann ist hinterher?“

Schwellungen! Durch die Op wurden viele Zellen zerstört und Gewebeflüssigkeit und Blut versacken im Gewebe. Neben den durch die Operation bedingten Schmerzen kommen nun noch Druckschmerzen durch die Schwellung hinzu.

Sieht nicht schön aus, war schon lange im Bein und kommt nun im Zuge des Abtransports und der Reparaturverfahren unseres Körpers an die Oberfläche.

Völlig normal und nicht schlimm!

An dieser Stelle ist es aber offensichtlich, wie wichtig die Thromboseprophylaxe ist. Dazu gibt es Spritzen, die wir uns selber in die Bauchfalte setzen. Nicht schlimm, nur lästig, aber im Zweifel lebensnotwendig! Eigentlich überflüssig zu erwähnen, wie wichtig jetzt die regelmäßige Zufuhr von Wasser ist, oder? Also viel Wasser trinken und Fett- und Salzarm essen, auf Alkohol und alles stark Entwässernde verzichten, damit der Körper den Abfall leichter rausschwemmen kann. Auch Niere und Leber werden es uns danken, denn diese müssen momentan auch noch die Medikamente abbauen!
Die post Op-Schmerzen können wir außer mit Schmerzmitteln und Entspannungsübungen nur begrenzt beeinflussen. Aber gegen die Schwellung können wir eine Menge selber tun und auch professionell tun lassen.
Wenn es notwendig ist, wird der nachbehandelnde Arzt manuelle Lymphdrainage durch einen Physiotherapeuten verschreiben, eventuell auch Elektrotherapie und manuelle Therapie.

Vorrangig hilft gegen die Schwellung aber die manuelle Lymphdrainage. Hierbei wird mit sanften Massagen in definierte Richtungen und mit bestimmten Griffen der normale Lymphfluss um ein Vielfaches gesteigert und somit der Abtransport des Gewebemülls beschleunigt. Die Lymphbahnen sind ein eigenes System, was aber mit den Blutgefäßen verbunden ist. Auch wird durch Bewegung (ja wenn wir uns bewegen) durch die anspannende Muskulatur der Lymphfluss unterstützt!

Eine weitere Möglichkeit ist das Anlegen von Lymphtapes. Bekannt geworden sind die elastischen K-Tapes durch den Hochleistungssport. Diese wirken, wenn man dran glaubt, aber auch, weil sie, sofern richtig angelegt, die obere Hautschicht leicht anheben und den darunter liegenden Zwischenraum vergrößern. Die Wirkung setzt sofort ein und häufig wird das Tape als angenehm empfunden. Leicht angenähert an die Lymphdrainage reizt und verschiebt es leicht die Hautschichten und das solange es dran ist! Nicht nur 20 Minuten !

Doch es gibt auch noch ein hervorragendes Hausmittel, was zumindest sehr angenehm kühlend und auf der Haut entspannend wirkt: Magerquark aus dem Kühlschrank! Ich weiß nicht wirklich, ob ich glauben soll, dass durch die Enzyme im Magerquark die Entzündung gemindert wird und die Schwellung nachlässt, aber ich habe es ausprobiert und werde dabei bleiben! Denn ich spüre, dass es mir gut tut und die Hautspannung spürbar und sofort nachlässt.

Zu guter Letzt noch das, was wir immer selber tun können und in unserem eigenen Interesse auch tun müssen: Bewegen!
Mini Ergometer ohne Widerstand! Das war am Sonntag, 3 Tage nach der Op!
Heute 5 Tage nach der Op konnte ich schon eine halbe Stunde fahren .

Zugegebener Weise hat nicht jeder so ein Mini-Ergometer zu Hause. Auch ist es denkbar, dass die Schmerzen anfänglich noch zu stark sind oder erscheinen.

In diesem Fall geht es auch eine Spur langsamer. Durch das Anspannen der Wadenmuskulatur wird die so genannte Venenpumpe aktiviert. Neben der Unterstützung des Blutflusses von den Beinen zurück zum Herzen wird damit eben auch der Lymphfluss unterstützt.

Somit sollten immer wieder zwischendurch folgende Übungen wiederholt werden:

  • Abspreizen der Zehen
  • Anziehen und Strecken der Zehen
  • Winken mit den Füßen
  • Anziehen der Füße zum Schienbein

Bei all dieser Sportbegeisterung gibt es auch noch 2 weitere Genesungsbeschleuniger:

Ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft
und
gute Freunde, die einem das Beste wünschen und einfach nur da sind! Danke meine Lieben für die tolle Unterstützung!

OP + 6 Tage Motivation

… die Kunst der planbaren kleinen Schritte!

Es ist Oktober und wir bewegen uns schnellen Schrittes auf Weihnachten zu.

Was geht euch bei den Begriffen „Ente“ und „Pfanne“ spontan durch den Kopf? Mir inzwischen wieder schöne Gedanken an leckeres Essen. Nach der Op haben Ente und Pfanne für viele Patienten aber die Bedeutung nicht so mobil zu sein, um selber auf Toilette gehen zu können! Und da ich lieber an gutes Essen denke, als daran, auf was ich verzichten muss, kam mir die Idee aufzuschreiben, warum es mir trotz Schmerzen und massiver Einschränkung meiner Arbeitsfähigkeit so gut geht!

Fangen wir mit der Motivation sich operieren zu lassen an.

Die möglichen und sicher eintretenden Nebenwirkungen dieser OP sind lang. Genauso lang wie die Einschränkungen nach der OP. Somit kann es nur eine einzige überwältigende Motivation geben: die Aussicht auf weniger Schmerzen und Einschränkungen um den Alltag wieder wunschgemäß gestalten zu können!

Dieses Ziel sollte immer vor Augen gehalten zu werden. Doch das alleine reicht nicht aus, um genügend Kraft für die lange Regenerationszeit nach der OP zu sammeln.

Vielmehr benötigen wir 3 Ebenen, die als Fundament für unseren langen Kampf für das Erreichen unseres Ziels dienen.

  1. Die gedankliche und sachliche Ebene
  2. Die emotionale Ebene
  3. die körperliche Ebene
  • Wir müssen uns deutlich bewusst machen, was wir vor der OP für Einschränkungen und Schmerzen haben. Bei mir fing es damit an, dass ich mein Bowlingtraining immer weiter zurückfuhr um Schmerzen zu vermeiden. Irgendwann hatte ich Morgens immer länger Schmerzen, bis ich in Fahrt kam. Doch das war alles noch auszuhalten. Mein Tüpfelchen auf dem I waren die Schmerzen, die nachts kamen und mich nicht mehr durchschlafen ließen.
  • Der nächste Schritt ist die Formulierung eines realistischen und innerhalb einer bestimmten Zeit erreichbaren Ziels. Mein Ziel ist es wieder am 07.12.2014 beim Ligawettkampf im Bowling teilzunehmen und meine Mannschaft zu stärken! Also gute 2 Monate nach der OP!

Was kann ich dafür tun, um mich aktiv auf die OP vorzubereiten?

  • Mein Ziel am 07.12. wieder Bowlen zu können, habe ich definiert. Aber nur auf der sachlichen Ebene. Verstärken kann ich meine Motivation deutlich, indem ich mir regelmäßig vorstelle (am besten auch mit Gerüchen und Gefühlen und möglichst detailliert), dass ich an diesem Spieltag spielen werde. Diese Visualisierung soll das Ziel tief in mir verankern. Die Vorgehensweise ist relativ einfach. Wann immer ich entspannt bin, schließe ich die Augen uns sehe meinen eigenen Auftritt: Überraschte Gesichter, dass ich schon da bin und spielen werde, die am frühen Morgen hell wirkenden Lichter der Bowlinghalle, ich rieche den Kaffeeduft aus den Tassen, die von einigen Mitspielen bestellt wurden, ich begrüße meine Kameraden und gehe zur Bahn, wo ich meine schweren Bowlingbälle auspacke und die Schuhe anziehe,…
  • Da jede Operation ein schwerer Eingriff in die normalen Körperfunktionen darstellt, ist eine gute Körperverfassung eine klare Voraussetzung, um die Folgen so gering wie möglich ausfallen zu lassen und die Regenerationszeit zu verkürzen. Ausdauertrainingzur Verbesserung der allgemeinen Ausdauer (Walken, Nordic Walking, Schwimmen, Fahrradfahren, …) hilft noch ein wenig Fett abzubauen, den Stoffwechsel zu regulieren und stärkt vor allem das Immunsystem und den Kreislauf. Kraftausdauertraining für Handgelenk, Arme und Schulter erleichtert das Laufen mit Krücken. Krafttraining speziell für die Beinmuskulatur stabilisiert und entlastet das Knie. Durch Beweglichkeitstraining der Wirbelsäule  kann später der durch langes Liegen angestrengte Rücken leichter mobilisiert werden. Koordinationstraining des Gleichgewichts hilft, wenn immer wieder auf einem Bein gestanden wird.

Die Kunst der kleinen Schritte nach der OP

  • Klingt banal, aber ich habe mich nach der OP als erstes gefreut, wieder da zu sein!
  • Dann habe ich mich gefreut, keine äußere Schiene zu tragen.
  • Erleichternd, aber nicht wirklich schön war es, als die Ente und ich zusammengefunden haben.
  • Damit hatte ich auch wieder mein nächstes Ziel: trotz Drainage-Schläuche mit Krücken zur Toilette gehen zu können. Das war super!
  • Nach dem Essen wurde mir nicht mehr schlecht.
  • Sehr kurze Zeit später konnte ich auch Zähneputzen und mich waschen.
  • Mein OP-Bericht sah eine Teilbelastung von 15 Kg in den ersten 3 Wochen danach bis zur Röntgenkontrolle 30Kg vor.
  • Ein echtes Highlight war das Ziehen der Redon-Drainage. Keine Schläuche mehr!
  • Das Treppenlaufen mit den Krücken hat super geklappt.
  • Die Entlassung. Nach Hause! 3 Tage nach der OP. Boah!
  • Das erste Gehen an der frischen Luft. Wenn auch nur zum Auto.
  • Essen am Esstisch. Nur kurz, aber immerhin nicht im Bett.
  • Duschen!!! Zwar mit Hocker und ganz schnell, aber DUSCHEN.
  • Erste Versuche auf dem Mini-Ergometer.
  • Der erste geplante „Spaziergang“ an der frischen Luft.
  • Erster Termin Lymphdrainage von der Physiotherapeutin.
  • Die ersten 30 Minuten auf dem Mini-Ergometer.
  • Ein halbstündiger Spaziergang an der frischen Luft.

Diese Liste ist sicherlich nicht vollständig, wenn man alle kleinen Highlights bewusst wahrnimmt und feiert, soll aber zeigen, wie viele tolle Erfolgsergebnisse eigentlich schon nach kurzer Zeit eintreten. Immer ein Schritt näher am Ziel!

Bereits in Sicht sind weitere:

  • Das erste Mal wieder beim Sportkurs zuschauen.
  • Das erste Mal wieder beim Training zuschauen.
  • Die Fäden werden gezogen.
  • Die Schmerzen werden jeden Tag erträglicher.

In diesem Sinne: freuen wir uns auf die Ente!

OP + 26 Tage

… und, wie geht’s? Tja, am liebsten gut!

Ich wurde schon gefragt, warum nach dem letzten Beitrag mit dem Untertitel Motivation keine neueren folgten.

Wahrscheinlich weil nun langsam alles wieder normaler wird!

Viele weitere „ersten Male“ sind seitdem geschehen:

  • Das erste Mal wieder beim Sportkurs zuschauen.
  • Das erste Mal wieder beim Training zuschauen.
  • Die Fäden sind gezogen.
  • Die ersten Schritte ohne Krücken bei der ersten Kontrolluntersuchung nach 3 Wochen.
  • Das erste Mal wieder beim Liga-Wettkampf zuschauen.
  • Ach ja, die erste Ente habe ich inzwischen auch genossen!

Die Schmerzen werden jeden Tag erträglicher… Dachte ich, stimmt aber nicht. Und das ist gewollt! Denn wenn die Schmerzen nachlassen, kann die Belastung und das Training (ja, ich spreche inzwischen wieder von Training!) intensiviert werden.

Mein Mini-Ergometer steht inzwischen im Büro und ich nutze das normale Ergometer. Für eine gewisse Zeit kann ich schon mit 100 Watt fahren.

Der Arzt hat grünes Licht gegeben für Vibrationstraining und bei der Physiotherapie wird neben der Lymphdrainage inzwischen wieder das Laufen ohne Unterarmgehstützen gelernt.

Alles in Allem also bisher ein hervorragender Verlauf, der sicherlich mit meinem Willen, am 07.12.2014 wieder zu Bowlen, zusammenhängt. Weiterhin spielt die gute körperliche Verfassung in Verbindung mit einem gesunden Lebensstil eine wesentliche Rolle.

Doch das würde nichts helfen, wenn das Arzt Team und die Physiotherapeutin nicht so gute Arbeit geleistet hätten!

OP + 85 Tage

Um es vorweg zu nehmen: ich habe nicht am 07.12. bowlen können.

Aber seit dem 21.11.2014, der zweiten Röntgenkontrolluntersuchung und gute 6 Wochen nach der OP, habe ich die Krücken in die Ecke gestellt, wo sie heute noch stehen. Meine letzte Untersuchung war am 30.12.2014. Nachdem Prof. Dr. Andreas Weiler mein Bein untersucht hat, hat er mich als geheilt verabschiedet. Allerdings wollte ich wissen, wie „weit“ ich mit meiner Genesung bin und er meinte, ich wäre weiter, als so manch einer nach einem Jahr ! Das macht stolz und nachdenklich zugleich.

An dieser Stelle möchte ich, liebe Bea aus Lübeck, Deine Fragen beantworten:

„Deshalb würde ich gern von dir nun wissen, wie es dir mittlerweile so geht.“

Ich kann mein Leben komplett selbständig leben, bin arbeitsfähig und in meinen Alltags-Bewegungen nahezu uneingeschränkt.

Wie belastbar bist du gegenwärtig mit dem operierten Bein?

Am 11.12. habe ich das erste Mal wieder gebowlt. Allerdings nur 2 Spiele, dann hat es gereicht.  Jetzt gehen immerhin schon 6 Spiele. Seit 26.12. geht auch wieder Nordic Walking im Wald mit Hügeln. Anfangs 33 Minuten und 2.1 Km, inzwischen 55 Minuten und 4.3 Km.

Wie schätzt du den Erfolg nach diesem Zeitraum ein?

Oje, diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten!

Wenn ich es mir einfach mache, erinnere ich mich daran, dass ich vor Schmerzen nachts nicht mehr schlafen konnte. Sportliche Bewegungen und das morgendliche Aufstehen waren eine Qual. Bowling ging gar nicht mehr. Autofahren war genauso schmerzhaft, wie langes sitzen. Kniearthrose(Gonarthrose) 4. Grades (teilweise komplett zerstörter Knorpel, „Knochenglatze“) heißt nun mal „Feierabend“.

Somit gab es bei mir nur 2 Möglichkeiten: Knieteilprothese (Schlittenprothese) oder Umstellungsosteotomie (Beinachsenkorrektur).

Alle Prothesen haben den Mangel irgendwann kaputt zu gehen (ich habe weit auseinanderklaffende Angaben von 5 -20 Jahren gelesen) und nur ein bis maximal zwei Mal ausgetauscht werden zu können. Angenommen mit Mitte vierzig hätte ich mich für eine Prothese entschieden und diese hält bei sportlich aktiven Menschen 10 Jahre. Sie kann noch einmal erneuert werden. Somit hätte die Möglichkeit bestanden, nach heutigem Stand der Medizin, dass ich mit Mitte sechzig nicht mehr ohne Hilfsmittel mobil wäre. Sch… Perspektive!

Heute, 12 Wochen oder 3 Monate nach der OP, kann ich wieder ohne Schmerzmittel schlafen, Nordic Walken, und Arbeiten. Lediglich nach dem Bowlen nehme ich ab und zu noch eine Ibo. Mein Knie wird nur noch selten warm und erholt sich immer schneller nach Anstrengung.

Also klare Aussage: Mir hat die OP geholfen!

Ein „Aber“ möchte ich hier nicht verwenden, denn das würde meine Aussage relativieren. Ich möchte lediglich erwähnen, dass ich vor der OP recht sportlich und durchtrainiert war. Auch beim Bowlen war ich in unserem kleinen Verein BSV Berlin 2012 e.V. einer der Besten.

Davon bin ich heute noch meilenweit entfernt. Durch eisernen Willen und hohe Schmerztoleranz habe ich dank meiner tollen Physiotherapeutin Caro vom Therapiezentrum Löschner in sehr kurzer Zeit einen großen Teil meiner Oberschenkelmuskulatur erhalten, bzw. wieder aufbauen können. Auch hat Prof. Dr. Andreas Weiler vom sporthopaedicum Berlin die, vielleicht perfekten, operativen Grundlagen geschaffen.

Doch trotz zusätzlichen Trainingsmaßnahmen und extrem hoher Motivation humple ich und habe immer wieder (aushaltbare) Schmerzen. Die Feinmotorik ist dahin und die koordinativen Fähigkeiten müssen mühselig wieder erworben werden. Ab und zu sackt das Knie durch. Bänder, Sehnen und die Muskeln müssen wieder lernen zusammenzuarbeiten. Man darf nicht vergessen, das die Beinachse korrigiert wurde. Im Klartext bedeutet das, dass die gesamte Belastung des Beins anders ist, als vorher. Die Muskulatur kann man in wenigen Wochen wieder aufbauen, aber die Anpassung der Bänder und Sehnen (inkl. Faszien) benötigt Monate. Somit entstehen auch Schmerzen an Stellen, die definitiv nicht von der OP berührt waren.

Dennoch: Wenn ich die Erfahrung von heute schon vor der OP gehabt hätte, hätte ich diese Operation von Prof. Dr. Andreas Weiler erneut durchführen lassen!

 Würde ich diese Operation empfehlen?

Grundsätzlich nur, wenn es keine Alternative mehr zur Operation gibt!

Ansonsten immer erst alle Möglichkeiten ausschöpfen!

In erster Linie sind Nikotin, (Schmerz-)Tabletten und Alkohol Zellenkiller! Also alles daran setzen diese Stoffe zumindest weitestgehend einzuschränken.

Bewegungsarmut zerstört den Knorpel! Also beweg Dich!

Übergewicht lastet sehr auf dem Knorpel. Also Gewicht reduzieren.

Selbst wenn es nicht ausreicht und trotzdem operiert werden muss, hilft es Dir hinterher umso schneller wieder fit zu werden!

Knapp 3 Jahre nach der OP

Fast 3 Jahre ist nun die Operation her und ich möchte den aktuellen Kommentar nutzen um hier ein Update zu posten.

Ja, ich kann bowlen, Sport treiben und bin weitestgehend ohne Einschränkungen.

Nein, die Schmerzen kommen je nach intensiver Belastung wieder und eine „Wetterfühligkeit“ ist nach wie vor vorhanden. Das ist auch klar, da der Knorpelschaden nicht geheilt wurde, sondern lediglich die Beinachse verändert und die Belastungsfläche verschoben wurde.

Auch nach 3 Jahren fühlt sich die Haut im unteren Bein an einer Stelle, die immer gleich ist, leicht taub an. Dieses schränkt mich allerdings keineswegs kein.

Alles in Allem kann ich aufgrund der Operation mein Leben weitestgehend so gestalten, wie ich es altersgemäß wünsche. Das Vibrationstraining auf meinem Galileo-Therapiegerät hilft mir die Muskulatur zu erhalten.

Müsste ich in die kurze Vergangenheit zurück reisen, würde ich mich wieder operieren lassen.

Hätte ich aber die Möglichkeit 20 Jahre zurück zu reisen, bin ich überzeugt, das ich mit meinem heutigen Wissen, meine Ernährung und die sportliche Betätigung so hätte anpassen können, dass ich keine Operation brauchen würde.

5,5 Jahre nach der OP

“Der Rost macht erst die Münze wert” erkannte schon Johann Wolfgang von Goethe!

So ergeht es mir tatsächlich im Hinblick auf meine eigene (Lebens-) Erfahrung im Umgang mit meinen Erkrankungen, besonders aber mit meinen wachsenden Erfahrungen in der Therapie meiner Patienten.

Im Januar 2020 hatte ich genau die gleichen Schmerzen, wie vor meiner Operation 2014. Dieses Mal jedoch im rechten Knie. Wieder Dauerschmerzen, wieder in der Nacht keine schmerzfreie Position. Doch dieses Mal wusste ich, warum!

Ich hatte nach der Weihnachtszeit die Idee mit meinen Leistungssportlern aus dem Rugby Verein eine Leistungsdiagnostik der unteren Extremitäten durchzuführen. Von leichten koordinativen bis hin zu schweren Sprungübungen. Da ich gerne optimal plane, führe ich alle Tests vorerst alleine durch.

Ca. 2 Tage später, ich dachte erst an Muskelkater, wurden die Schmerzen immer heftiger und nicht besser. Letztendlich genauso intensiv wie vor knapp 6 Jahren.

Mir war klar, dass ich meine Arthrose im rechten Knie aktiviert hatte. Also liegt die Vermutung nahe, auch das 2. Knie operieren zu lassen. Dieses wäre zumindest mit hoher Sicherheit die Empfehlung der Ärzte gewesen.

Da mein linkes Knie aber nie mehr so gut wurde, wie mein rechtes, wollte ich dieses auf jeden Fall vermeiden! Nichts ist so gut, wie unser eigener Körper. Zumal ja immer noch das leichte Taubheitsgefühl über dem Schienbein ist und seit ca. 1 Monat die Titanschiene beim Knien drückt und mich inzwischen bei einigen Übungen behindert.

Um es kurz zu machen, ich konnte mir innerhalb von 4 Wochen selber helfen und das Knie ist komplett wieder schmerzfrei!

Wie? Mit der Liebscher und Bracht Schmerztherapie! Obwohl ich von dieser Therapie bereits vorher überzeugt war und viel Erfolg mit der Schmerzlinderung meiner Patienten hatte, war das noch einmal die absolute Bestätigung für mich diese Therapie weiter zu vertiefen. So wurde ich entsprechend Qualitätspartner.

Fazit: Ich hatte bereits geschrieben, dass es sinnvoll ist, vorher alle nicht operativen Methoden auszuprobieren, aber ich kannte damals leider Liebscher und Bracht noch nicht.

Heute bin ich überzeugt, dass meine Operation, die “Hohe Tibiale Umstellungsosteotomie” zu damaliger Zeit nicht notwendig gewesen wäre!